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Tollwut Schweiz: Wie hoch ist das Risiko?

Tollwut Schweiz: Wie hoch ist das Risiko?

Die Rabies, auch Tollwut genannt, gehört global nach wie vor zu den gefürchtetsten Krankheiten. Vor allem in Asien und Afrika sterben jährlich Tausende Menschen an der Virusinfektion. Die gute Nachricht vorweg: Die klassische terrestrische Tollwut ist in der Schweiz seit 1998 ausgerottet. Die schlechte Nachricht: Es gibt noch einige von Fledermäusen übertragene Varianten. Glücklicherweise stehen sowohl für den Menschen als auch für das Tier wirkungsvolle Impfstoffe zur Verfügung. Hier gibt es die wichtigsten Informationen rund um die Tollwut in der Schweiz.

Was ist Tollwut?

Bei der Tollwut handelt es sich um eine hauptsächlich durch Fleischfresser übertragene Viruserkrankung, die auch den Menschen und seltener Pflanzenfresser wie Pferde und Rinder befällt. Zu den Hauptüberträgern gehören Füchse, aber auch Dachse und Marder. Das Virus ist im Speichel vorhanden und gelangt über die Schleimhäute in den Körper. Die Ansteckung erfolgt zumeist durch einen Biss oder durch Kratzwunden. Eine Übertragung über die Haut ist nur dann möglich, wenn die infizierte Flüssigkeit in die Blutbahn gelangt, beispielsweise in eine Wunde. Das Virus überlebt relativ lange in Kadavern, weshalb auch der Kontakt mit toten Tieren eine Gefahr birgt. Die Krankheit endet für Mensch und Tier in der Regel tödlich.

Wie hoch ist das Risiko für den Menschen, in der Schweiz an Tollwut zu erkranken?

Das Risiko, sich in der Schweiz mit Tollwut zu infizieren, ist vergleichsweise gering. Es ist gelungen, die terrestrische Tollwut im klassischen Sinn durch die Schluckimpfung der Füchse auszurotten. Die letzten Tollwutfälle bei Füchsen ereigneten sich 1996. Ein paar Jahre später erklärte man die Schweiz offiziell für tollwutfrei. Ein Restrisiko bleibt hier nur noch durch Fledermäuse bestehen. In anderen Ländern ist die Situation dramatischer. Jedes Jahr sterben weltweit rund 59.000 Menschen an dieser Krankheit. Über ein Drittel der Todesfälle ereignen sich in Indien. Deshalb ist die Tollwutimpfung ein wichtiger Bestandteil der Reisemedizin.

Welches Tier ist Hauptüberträger der Tollwut in der Schweiz?

Früher war es der Fuchs, heute geht ein geringes Risiko von infizierten Fledermäusen aus. Die Tollwut der Fledermäuse ist eine eigenständige Erkrankung. Verantwortlich für die Krankheit ist in beiden Fällen ein Virus des Genus Lyssa. Auslöser der terrestrischen Tollwut ist das Lyssavirus Genotyp 1. Der European Bat Lyssavirus 1 und 2 sowie das Bokeloh Bat Lyssavirus sind für den Ausbruch der Fledermaustollwut verantwortlich.

Welche Impfstoffe werden gegen die Tollwut in der Schweiz eingesetzt?

Die Impfstoffe gegen die Tollwut schützen Mensch und Tier gegen die terrestrische Variante ebenso wie gegen die von Fledermäusen übertragene Krankheit. In der Schweiz ist eine vorbeugende Impfung für Tierärzte und ihr Personal, Tierpfleger, Tierhändler sowie für Personen, die in Laboren und mit Fledermäusen arbeiten, ratsam. Wer eine Reise in ein Land mit hohem Tollwutrisiko plant, ist zum Schutz seiner Gesundheit mit einer Tollwutimpfung ebenfalls gut beraten. Hat dich eine Fledermaus gebissen, dann ist es möglich, den Ausbruch der Krankheit durch eine sofortige aktive und passive Impfung zu verhindern. Eine umfassende Beratung erhältst du bei der Schweizer Tollwutzentrale der Universität Bern.

Welche Symptome verursacht die Krankheit bei Mensch und Tier?

Tiere wie Hunde oder Katzen verändern ihr Verhalten. Bei der stillen Wut ziehen sie sich zurück, bei der rasenden Wut fallen sie durch Hyperaktivität und Aggressivität auf. Maximal zehn Tage nach Auftreten der ersten Symptome sind die Tiere zumeist tot. Es kommt zu vermehrtem Speichelfluss und Fieber. Typisch ist eine Wasserphobie. Tollwütige Wildtiere verlieren ihre Scheu. Im späteren Stadium leiden die Infizierten an Muskelkrämpfen und Lähmungen.

Beim Menschen zeigen sich folgende Symptome:

  • Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Juckreiz und Schmerzen im Bereich der Eintrittsstelle
  • Muskelzucken
  • Hyperaktivität
  • Angstgefühle
  • Atem- und Schluckkrämpfe

Im Endstadium fällt der Patient ins Koma und stirbt zumeist aufgrund einer Lähmung des Atmungszentrums. Die Inkubationszeit variiert und beträgt durchschnittlich zwischen 20 und 60 Tagen.

Wie vermeidet man eine Infektion mit der Rabies?

Zum einen gibt es wirkungsvolle Impfstoffe, zum anderen verhindert bedachtes Handeln eine Infektion. Vorsicht beim Umgang mit verletzten, kranken und toten Wildtieren ist wichtig. Findest du eine entkräftete Fledermaus, dann schützen dich feste Handschuhe vor einem Biss. Generell birgt das Anfassen unbekannter Tiere mit den blossen Händen ein Risiko. Das gilt vor allem bei einer Reise in eines der Länder, in denen die Tollwut noch häufig vorkommt. Die meisten Tollwuterkrankungen in Europa sind auf Kontakte während der Reise zurückzuführen.

Gibt es in der Schweiz eine Pflicht zur Impfung gegen die Tollwut?

In der Schweiz gibt es keine Pflicht zur Tollwutimpfung, weder für den Menschen noch für das Tier. Verlässt du mit deinem Hund, der Katze oder dem Frettchen die Schweiz und unternimmst eine Reise in die EU oder in andere Staaten mit entsprechenden Vorschriften, benötigt dein Tier den Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung. Da die Tiere erst im Alter von zwölf Wochen ihre Impfung erhalten und der anschliessende Aufbau des Impfschutzes rund 21 Tage in Anspruch nimmt, ist eine Ausreise in die meisten Länder erst mit über 15 Wochen alten Welpen möglich. Auch die Schweiz verlangt bei der Einreise eine gültige Tollwutimpfung.

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