Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Tierärzte in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Pankreatitis beim Hund – Verdauungsstörung mit vielen Gesichtern

Pankreatitis beim Hund – Verdauungsstörung mit vielen Gesichtern

Immer häufiger leiden Hunde – und auch Katzen – unter Schwierigkeiten mit der Verdauung, mitunter begleitet von heftigen Schmerzen im vorderen Bauch. Dahinter steckt nicht selten eine entzündliche Störung der Drüse, die für den Bauchspeichel sorgt und sich sonst selten bemerkbar macht. Ohne genügend Pankreassaft passiert Nahrung fast unverdaut den Magen-Darmtrakt, mit schwerwiegenden Folgen. Die wichtigsten Fragen zur Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Hunden findest du hier kompakt und umfassend beantwortet.

Was und wo ist das Pankreas von Hunden und Katzen?

Die Bauchspeicheldrüse, das Pankreas, ist ein unverzichtbares Drüsenorgan der Wirbeltiere. Es produziert alle wichtigen Verdauungsenzyme zur Spaltung von Nährstoffen und leitet sie in den vorderen Dünndarm, unter anderem Amylase für Stärke, Lipase für Fette, Chymotrypsin und Trypsin für Eiweisse. Ohne diese Spaltproteine kann der Darm keine Nährstoffe ins Blut abgeben und der Organismus verhungert gewissermassen. Zugleich bildet die Drüse auch wichtige Hormone wie Insulin und Glucagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren, sowie Somatostatin zur Wachstumssteuerung. Bei Hunden und Katzen befindet sich das gegliederte Organ im Vorderbauch zwischen Magen, Milz und Zwölffingerdarm.

Was ist eine Pankreatitis des Hundes?

Von einer Bauchspeicheldrüsenentzündung ist die Rede, wenn das Immunsystem auf Reize verschiedenster Art reagiert, indem es die Durchblutung der Bauchspeicheldrüse erhöht, Schmerzen hervorruft und die Organfunktion beeinträchtigt. Veterinärmediziner unterscheiden eine akute, plötzlich auftretende Form und eine seltenere, chronisch wiederkehrende Form. Beide weichen stark voneinander ab, können jedoch auch ineinander übergehen. Die Entzündung geht mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Selbstverdauung der Bauchspeicheldrüse einher. Die Enzyme werden frühzeitig aktiviert und zerstören das Drüsengewebe.

Welche Ursachen hat die Pankreatitis beim Hund?

Sehr oft kann der Tierarzt direkten keinen Auslöser identifizieren, doch gibt es einige Risikofaktoren:

  • Übergewicht
  • fettreiche Nahrung, erhöhte Blutfette
  • Traumata durch Unfälle oder Stürze
  • narkosebedingte Durchblutungsstörungen
  • Medikamente wie Phenobarbital, Azathioprin, Furosemid, Tetrazykline
  • Vergiftungen
  • hormonale Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus
  • übergreifende Entzündung der Leber (Hepatitis) oder des Darms (IBD: Inflammatory Bowel Disease)
  • selten Infektionen (Toxoplasma gondii, Leberegel)

An welchen Symptomen erkenne ich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bei meinem Hund?

Die Anzeichen sind recht vielfältig, müssen jedoch nicht bei jedem Hund auftreten und sind gerade bei chronischem Verlauf bisweilen so mild, dass die Erkrankung leider lange unbemerkt bleibt. Typische und häufige Akut-Symptome sind:

  • Appetitlosigkeit
  • starke Bauchschmerzen, erkennbar an einer dem Strecken oder der Spielaufforderung ähnelnden „Gebetshaltung“, Rückenkrümmen und Jaulen auf Druck
  • gespannter Bauch
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schwäche, Mattigkeit und Apathie
  • Fieber
  • Austrocknen durch Wasserverlust, Hautfalten, trockene Schleimhäute
  • starkes Hecheln
  • beschleunigter Puls, Herzrhythmusstörungen
  • Gelbsucht, erkennbar an gelb verfärbten Schleimhäuten

Bei chronischer Erkrankung fallen auf:

  • Gewichtsverlust
  • phasenweise Appetit- und Verdauungsschwierigkeiten wie Fettstuhl, Darmgeräusche, Durchfälle, grössere Stuhlmengen
  • Müdigkeit
  • gestörter Gang durch Bauchschmerzen, „Gummibauch“
  • Blutungen

Wie erfolgen Diagnose und Behandlung beim Tierarzt?

Die Identifizierung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung ist nicht ganz einfach. Der Tierarzt untersucht dazu zum einen den Allgemeinzustand und das Blut des Hundes auf erhöhte Werte der caninen Pankreaslipase (cPLI), der Trypsin-Like Immunoreaktivität und eventuell der pankreatischen Elastase-1. Zum anderen wird er bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall anwenden. Eine chronische Verlaufsform kann er nur durch Entnahme einer Gewebeprobe unter Narkose und anschliessende Untersuchung sicher nachweisen.

Lassen sich konkrete Auslöser nicht ausschalten, ist die Therapie im Wesentlichen eine Symptombehandlung. Einen Flüssigkeits- und Mineralienmangel durch Erbrechen und Durchfall beseitigt der Arzt mittels Infusionen. Gegen weitere Verluste erhält das Tier entsprechende Medikamente. Die extremen Schmerzen lindern starke Schmerzmittel (Opioide). Antibiotika zur Bekämpfung von Infektionen sind eher nicht die Regel. Pankreasenzyme oder Glukokortikoide sind nicht angezeigt.

Von einer Fastenphase sind Tiermediziner zwischenzeitlich abgerückt und geben stattdessen frühestmöglich ein spezielles, besonders fettarmes und leicht verdauliches Diätfutter, wenn nötig auch Sondennahrung. Die Fresslust lässt sich mit einem Antidepressivum steigern, sodass sich Hund und Bauchspeicheldrüse schnell erholen können. Währenddessen erfolgen weitere Blutkontrollen.

Was muss ich bei der Ernährung beachten?

Mindestens für die erste Zeit wird deine genesende Fellnase vor allem auf Fettiges verzichten müssen, um die schonungsbedürftige Bauchspeicheldrüse nicht anzuregen. Der Tierarzt berät dich detailliert oder empfiehlt dir ein fettarmes Spezialfutter. Günstig ist kohlenhydratreiche, stark aufgeschlossene Schonkost in mehreren kleineren Tagesrationen und mit geringem Anteil an leicht verdaulichem Eiweiss. Je nachdem, wie stark die Bauchspeicheldrüse Schaden genommen hat, bleibt es für den Hundepatienten möglicherweise bei der strikt fettreduzierten Diät.

Wie ist die Prognose für meinen Hund?

Eine schwere akute Pankreatitis des Hundes ist lebensbedrohlich und gehört in stationäre Behandlung. Im Verlauf können weitere Organe in die Entzündung einbezogen werden, was schliesslich in einem Multiorganversagen mit Todesfolge mündet. Rechtzeitiges Handeln ist daher sehr wichtig. Eine akute leichtere Entzündung hat dann gute Chancen, innerhalb einiger Wochen vollständig auszuheilen.

Schwerere und lange unbehandelte chronische Verlaufsformen hinterlassen bleibende Schäden im Drüsengewebe. Fällt der funktionsfähige Restanteil unter 10 Prozent, ist mit einer andauernden Bauchspeicheldrüsenschwäche (Pankreasinsuffizienz) zu rechnen, bei weiterem Versagen mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). In diesen Fällen wird der Hund zeitlebens Pankreasenzyme zu den Diät-Mahlzeiten einnehmen müssen, im Extremfall Insulinspritzen erhalten, aber ansonsten weitgehend beschwerdefrei bleiben können.

Der Tierarztvergleich für die Schweiz. Finde die besten Tierärzte in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Katzenaids – Fragen und Antworten zur tödlichen Katzenkrankheit

Katzenaids oder FIV (Felines Immundefizienzvirus) ist eine Infektion, die beim Ausbruch der Symptome für die betroffenen Tiere fast immer tödlich verläuft. Es existieren aber immerhin veterinärmedizinische Tests, um eine FIV Infektion nachzuweisen. Das feline Immundefizienzvirus ist der Auslöser für Katzenaids. Es ist wichtig, die Symptome zu kennen: Die durch den Krankheitskeim hervorgerufenen Anzeichen sind wichtige Hinweise auf ein Vorliegen von Katzenaids. Ausserdem ist FIV ansteckend. Du hast schon einmal davon gehört, weisst aber nichts Genaues darüber? Wie du die Erkrankung erkennst, welche Massnahmen du ergreifen kannst und welche Heilungschancen es gibt, erfährst du im nachfolgenden Ratgeber.

Grosse Hunderassen: freundliche Riesen und aktive Sportler

Manche erinnern mit ihrem Aussehen stark an den Wolf. Auch die Widerristhöhe haben grosse Hunderassen mit ihrem wilden Urahnen oft gemeinsam. Viele Rassen, die zu den grössten weltweit zählen, zeichnen sich aber durch ein freundliches Wesen und fröhliche Geselligkeit aus. Ihre Stärke und beeindruckende Erscheinung haben sie alle miteinander gemeinsam. Darüber hinaus gibt es aber viele Unterschiede. Erfahre mehr über Schäferhund, Berner Sennenhund, Doggen und andere „Riesen“ unter den Vierbeinern. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um grosse Hunderassen, ihre Aufzucht und Anschaffung, um Gesundheit, Ernährung, Hundefutter und Pflege.

Coronavirus bei Katzen – harmlos oder gefährlich?

Es gibt kaum eine Infektionskrankheit, die so gefürchtet ist wie die mit dem Coronavirus. Dabei hatte bereits ein Grossteil der Katzen Kontakt mit dem Virus ohne schlimme Auswirkungen. Nicht die Erkrankung durch das Virus selbst, sondern seine Mutation bedroht die Tiergesundheit. Mutiert das Virus, endet das für die Katze oft tödlich. Dieser Ratgeber versorgt dich mit wichtigen Informationen zum felinen Coronavirus.

Futterautomaten für Katzen – Tipps, Fragen und Antworten zur pünktlichen und flexiblen Katzenfütterung

Die heutige Zeit ist geprägt durch ständige Veränderung, wachsende Mobilität und zunehmende Flexibilität. Besonders wenn du im Berufsleben stehst und erfolgreich sein möchtest, musst du immer einsatzbereit sein. Wenn du trotzdem Katzenbesitzer bist oder darüber nachdenkst einer zu werden, gibt es für dich eine wunderbare Erfindung, die dich bei der artgerechten Haltung deiner Katze unterstützt: Futterautomaten für Katzen versorgen dein Haustier je nach Modell nicht nur zu den Hauptmahlzeiten, sondern auch mit Nahrungsergänzungsmitteln und Wasser. Dein Liebling erhält auch in deiner Abwesenheit sein Katzenfutter durch den Futterspender und wird über einen Wasserspender mit frischem Wasser versorgt.

Irische Wolfshunde – eine der grössten Hunderassen der Welt

Irische Wolfshunde und ihre Halter erregen Aufsehen, wo auch immer sie auftauchen. Der sanfte Riese unter den Hunderassen wird in der Schweiz noch nicht so häufig gehalten, wird aber immer beliebter. Eine detaillierte Rassebeschreibung, worauf es bei der Haltung und der Erziehung ankommt und Antworten auf alle Fragen, die vor dem Kauf geklärt werden sollten, erhältst du hier.

Maine Coon Katze – toller Begleiter für Menschen und andere Haustiere

Schon seit einigen Jahrzehnten hat die ursprünglich aus dem nordöstlichen Teil der USA stammende Maine Coon die Herzen vieler Züchter und Liebhaber erobert. Die Herkunft der Maine Coon ist der Staat Maine. Die Maine Coon Katze bedarf keiner aufwendigen Pflege und ist relativ leicht zu halten. Als eigenständige Katzenrasse mit tollem Charakter ist die Maine Coon mittlerweile in Europa weit verbreitet. Die verträglichen Tiere sind nur mit Stammbaum als reinrassig zu bezeichnen. In unserem Vergleichsportal findest du fundierte Infos und Ratschläge für die richtige Haltung dieser imposanten Stubentiger.